CEP Digital: Adressen und Inklusion in brasilianischen Favelas
Übersicht
In Brasilien leben über 16 Millionen Menschen in Favelas, von denen die meisten keine offizielle Postleitzahl (CEP) haben. Das Fehlen von Adressen schafft erhebliche Barrieren und schränkt den Zugang zu wichtigen Dienstleistungen wie Lieferungen, medizinischer Notfallversorgung und Krediten ein. Trotz eines florierenden E-Commerce-Marktes in Brasilien sind viele Randgebiete und ländliche Gebiete aufgrund fehlender logistischer Strukturen oder angemessener Kartierung weiterhin unterversorgt. Trotz dieser Herausforderungen kaufen bereits 61% der Verbraucher in den Favelas online ein. Dies verdeutlicht die große Nachfrage, die traditionelle Lieferunternehmen oft nicht decken können.
naPorta, Brasiliens erstes Logtech-Unternehmen mit sozialer Wirkung, ist auf die Anbindung des E-Commerce an schwer zugängliche Gebiete wie Favelas, ländliche Gebiete und Flussufergebiete spezialisiert und gewährleistet sichere und effiziente Lieferungen direkt nach Hause. naPorta erkannte den dringenden Bedarf an formellen Adressen und ging eine Partnerschaft mit Google ein, um Plus Codes zu implementieren, eine innovative Lösung mit dem Namen „CEP Digital“ (Digital ZIP Code).
Einführung von Plus-Codes (CEP Digital)
Die Initiative CEP Digital zielt darauf ab, „unsichtbare Gebiete“ in zugängliche Gebiete umzuwandeln, indem sie auf der Karte eingefügt, funktionale digitale Adressen generiert und der Zugang zur Staatsbürgerschaft, zum Markt und zur Zukunft ermöglicht wird. Das Adoptionsmodell ist kollaborativ und gemeinschaftsbasiert:
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Lokale Mapper: naPorta bildet lokale Einwohner aus und arbeitet mit ihnen als Mapper. Diese Personen verfügen über genaue Kenntnisse ihrer Gemeinden, einschließlich jeder Gasse, jedes Hauses und jedes Bezugspunkts.
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Gemeinschaftspartnerschaften: Die Initiative arbeitet mit gemeinschaftlichen NGOs zusammen, um die Bindungen innerhalb der Gemeinschaft zu stärken und Vertrauen in den Prozess aufzubauen.
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Technologischer Support: Ein engagiertes Technologieteam gleicht die gesammelten Daten ab, validiert und verfeinert sie sowohl aus der Ferne als auch persönlich.
Dieser kollaborative Ansatz stellt sicher, dass die Kartierungsbemühungen von denjenigen durchgeführt werden, die das Gebiet wirklich kennen, und fördert so die Genauigkeit und das Engagement der Gemeinschaft.
Auswirkungen und Zukunftsaussichten
Das CEP Digital-Projekt hat bereits erhebliche Auswirkungen auf zuvor vernachlässigte Gebiete gehabt. Innerhalb kurzer Zeit erhielten über 80.000 Menschen eine funktionierende Adresse, die es ihnen ermöglichte, auf Dienstleistungen zuzugreifen, Online-Einkäufe zu tätigen, Nothilfe zu erhalten und auf offiziellen Karten erkannt zu werden. naPorta hat 55 komplette Favelas in São Paulo und Rio de Janeiro, von Vidigal bis Nova Poá, kartiert und mit der Unterstützung lokaler Kartografen, Gemeindevorsteher und Basisorganisationen die Realität verändert. Diese Initiative gewährleistet die Präsenz und Protagonisierung derjenigen, die traditionell von städtebaulichen Überlegungen ausgeschlossen sind.
Die Bemühungen von naPorta wurden international anerkannt und das Unternehmen wurde für den Dubai International Award for Best Practices als Finalist für die weltweit besten städtischen Lösungen nominiert. Die Auswirkungen nehmen weiter zu; in Minas Gerais sind die Aktivitäten bereits im Gange, und eine Ausweitung auf Salvador und Maceió ist geplant. Diese Expansion wird ihre Reichweite weiter vergrößern und der erheblichen Nachfrage nach digitaler Inklusion, Logistik und Staatsbürgerschaft in diesen Regionen gerecht werden. Für jedes erstellte CEP öffnet naPorta Türen und bringt Geschichten auf die Landkarte, was einen Einfluss bedeutet, der über bloße Zahlen hinausgeht.